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Der kanadische Kunstprofessor Ely Raman, der von verschiedenen modernen
Kunstrichtungen sowie von Darstellungen auf Spielkarten angeregt war,
entwickelte die OH-Karten mit der Idee, damit auch aus dem Orakelhaften des
Tarots auszuscheren.
Zuerst entstanden 88 Bildkarten, die ohne eindeutige Aussage fast ausnahmslos aus dem Leben gegriffene Szenen darstellen: Menschen, Landschaften, Situationen etc., dann kamen 88 Wortkarten hinzu mit Worten der Alltagssprache. Aus der Kombination von Wort- und Bildkarten eröffnen sich ungeahnte Möglichkeiten, durch Assoziationen Probleme auszusprechen und zu verstehen. Es ist (k)ein Spiel, bei dem der Spieler, sofern er es zulässt, viel über sich selber erfahren kann. Es hilft darüber hinaus dem Therapeuten, seinen Patienten besser zu verstehen - und es kann selbstverständlich jedem Menschen helfen, seinen Mitmenschen besser zu verstehen. Der Name "OH" entstand, weil nicht selten so überraschende Ergebnisse herauskamen, dass den Spielern ein erstauntes "OH" herausrutschte. Besonders in einer Gruppe sorgt dieses immer wieder zu hörende "OH" oft für schallendes Lachen. |
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In meiner Praxis kommt es oft vor, dass ein Klient beim ersten Kontakt vor mir sitzt und sagt: "... ich weiß gar nicht, womit ich anfangen soll ... da ist so viel ..."
Die OH-Karten erleichtern dann den Einstieg ins Gespräch. Der Klient spricht darüber, wie er eine Bildkarte empfindet, manche Karte mag Erinnerungen wecken, Emotionen freisetzen, Türen öffnen, etc. In Verbindung mit einer Wortkarte kann der erste Eindruck vertieft werden, zu einer Korrektur oder einem anderen Thema führen.
Ich habe eine spezielle Art von "Spielregeln" entwickelt, die schnell zu einer Übersicht der Lebenssituation des Klienten führt. Dabei findet er oft schon bei dieser ersten Erfahrung eine verblüffend neue Perspektive. Es ist auch möglich, mit einer Karte in eine Visualisierungsübung zu gehen; dann werden in locker entspannter Verfassung Wort- und Bildkarte lebendig, und es entwickelt sich eine Eigendynamik wie bei den Tagtraumreisen mit anderen Vorgaben.
In meinen Seminaren können Sie erfahren, dass die
Interpretationsmöglichkeiten der Karten haargenau der jeweiligen Teilnehmerzahl
entsprechen. Daraus ergibt sich der Auftakt zu Gesprächen, wobei wir davon ausgehen,
dass es keine richtigen oder falschen Antworten gibt. In diesem Spiel gibt es keine
Verlierer. Gewinnen kann jeder: mehr Verständnis, mehr Einsicht, mehr Toleranz.
So bieten auch die OH-Seminare die Chance einer vertieften Selbsterfahrung. Gleichzeitig können die Teilnehmer lernen, wie vielfältig man die Karten bei Einzelpersonen oder Gruppen - in der Praxis oder privat - einsetzen kann.
In meinem Buch "Dialog mit Bildern" ist das 4. Kapitel mit ca. 50 Seiten ausschließlich den OH-Karten gewidmet. Im 5. Kapitel "Fallbeispiele" können Sie lesen, wie die Karten in die komplette Therapie integriert sind.
Und da bei mir Theorie und Praxis immer eng miteinander verknüpft sind, werde ich an dieser Stelle mit der trockenen Theorie aufhören und Ihnen ein paar praktische Beispiele bringen.
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Wenn Sie sich nun vorstellen, wie viele zusätzliche Möglichkeiten es gibt, wenn zu einer Bildkarte eine Wortkarte genommen wird, um beide mit einem Gedanken oder Gefühl zu verknüpfen, dann könnten Sie spätestens hier neugierig geworden sein. Denn was sich in diesem Rahmen darstellen lässt ist nur ein kleiner Bruchteil wie von dem, was in diesen faszinierenden Karten steckt.